Wollen wir Griechenland ernsthaft helfen oder schröpfen? Behandelt man so Freunde?

Wollen wir Griechenland ernsthaft helfen oder schröpfen? Behandelt man so Freunde?

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Griechenland wurde vor Kurzem erneut durch eine Finanzspritze geholfen. Bringt uns das weiter oder hätten wir auch andere Möglichkeiten gehabt?

Übersicht
Angaben in Mrd. €

Griechenland hat in den Jahren 2006-2014 Staatseinnahmen in Höhe von 806 Mrd € erzielt. Dem standen im gleichen Zeitraum 987 Mrd € Ausgaben entgegen. Folglich hatte Griechenland in diesem Zeitraum seine Staatsschulden um weitere 180 Mrd € belastet. Wussten Sie, dass von den 180 Mrd € ca. 100 Mrd € für Zinsen aufgebracht werden mussten ?

Hätte Griechenland also keine Zinsen zahlen müssen, wäre die Belastung um genau diesen Betrag geringer gewesen. Mit wieviel Geld mussten wir bzw. die EZB (Europäische Zentralbank) Griechenland nocheinmal unterstützen? Wir helfen kurz auf die Sprünge: Mit 90 Mrd €. , die um weitere 90 Mio € nachträglich angehoben wurden. Also wurde Griechenland mit ca. 100 Mrd € mit sogenannten ELAs (Emergency Liquidity Assistance), kurz Notkredite geholfen, um die Liquidität des Landes zu sichern. 100 Mrd €, die sie nicht gebraucht hätten, hätten wir keine Zinsen verlangt.

Es stellt sich doch folglich die Frage, ob wir Griechenland ernsthaft helfen oder sie nur schröpfen wollen. Anstatt ihnen Geld zu geben, dass wir sehr wahrscheinlich nicht mehr sehen werden, hätten wir genausogut doch auf die Zinsen verzichten können. Somit würden wir den griechischen Staatshaushalt wesentlich weniger belasten und dadurch ein Genesen des Systems unterstützen.

Lieber Herr Schäuble, denken Sie doch mal über unseren Vorschlag nach. Weil, so wie es aussieht, werden wir bald erneut nachlegen müssen.

Fazit: Die Griechen sind unsere Freunde. So sollten wir sie bitte auch behandeln!

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