Der Fall Böhmermann

Der Fall Böhmermann

532
0
TEILEN

Der Fall Böhmermann ist an Kursiosität kaum zu übertreffen und wird sicherlich als juristisches Beispiel in die Geschichte eingehen

Nun hat sich in der Zwischenzeit ja wirklich jeder dazu geäußert. Alle Facetten und Couleur sind zu lesen. Wichtige und unwichtige Personen, bekannte als auch unbekannte Personen äußerten sich schon zu dem Thema. Es fehlte nur noch der Aufruf „Je Suis Böhmermann“

döpfnerInteressant ist, dass immer, wenn eine unwichtige Person Fäkalsprache verwendet und deshalb an den Karren gefahren wird plötzlich Mitleidsbekundungen erhält. „Je suis…“

Der Vorstandsvorsitzende der Axel Springer SE, Mathias Döpfner sagte „…Ich finde Ihr Gedicht gelungen. Ich habe laut gelacht.“

kalkofeEin Herr Oliver Kalkofe meinte, „…darf man den türkischen Präsidenten einen Huftierbesamer nennen…das ist scheiss egal“

Wir sind der Auffassung, dass Satire erlaubt ist, solange Sie nicht geschmacklos wird. Hier sollte der Gesetzgeber auch nachbessern. Dabei spielt es unseres Erachtens keine Rolle, ob es sich um ein Staatsoberhaupt oder nicht handelt. Es geht um die menschliche Würde, die nicht mit Füssen getreten werden darf, auch nicht mit der Meinungs- und Pressefreiheit. Zurecht lautet der Artikel 1 des Grundgesetzes „Die Würde des Menschen ist unantastbar“
Die Pressefreiheit ist Artikel 5 des Grundgesetzes.

Und dort heißt es auch „Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.“ Es heißt nicht vergewaltige einen jeden verbal und das ist erlaubt.

Ersetzen Sie doch Erdogan mit Netanjahu

Wenn es denn tatsächlich so frei zugeht, fordern wir Herr Mathias Döpfner und Herrn Kalkofe dazu auf, als Beweis Ihrer Ernsthaftigheit das gleiche Gedicht vorzutragen indem Erdogan mit Netanjahu ausgewechselt wird. Israel und Netanjahu als Premierminister des israelischen Staates, welche seit Jahrzehnten mindestens den Tot von Kindern und Frauen billigend in Kauf nimmt und in einigen Fällen nachweislich als Kollateralschäden einkalkuliert, hätte eine Häme mehr verdient. Dennoch sind wir der Meinung, dass nicht mal in seinem Fall dieses Gedicht aufgesagt werden sollte.

Wir glauben, dass es nicht scheiß egal ist, ob ein Mensch mit Fäkalsprache öffentlich angesprochen wird. Das ist keine Meinungsfreiheit, lieber Herr Kalkhofe. Das sollten auch Sie als einigermaßen intelligenter Mensch in der Lage sein zu begreifen.

Und das ist keinesfalls zu lachen, Herr Döpfner, wenn ein Mensch auf diese Art und Weise in aller Öffentlichkeit in den Dreck gezogen wird. Eine sachliche Auseinandersetzung bring hier sicherlich mehr als diese Art von scheinbarer Kunst.

Frau Merkel hat das einzig richtige getan. Sie hat den Fall den Juristen übergeben. Der Fall ist nun dort wo er hingehört. Das sollte nicht von der Politik entschieden werden.

Wir schätzen Kunst! Das ist keine Kunst. Böhmermann, sechs! Setzen!

Einen schönen und ausgeglichenen Abend noch!