Drexit ?

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Mit der Währungsreform in den Westzonen wurde 1948 die wirtschaftliche Spaltung Deutschlands besiegelt. Die Einführung der D-Mark legte aber auch den Grundstein für das Wirtschaftswunder.

endlich
Heimkehr der Kriegsgefangenen

 Am Abend des 18.Juni 1948 verkündete die amerikanische Regierung über den Rundfunk, dass für die drei Westzonen eine neue Währung geschaffen sei: „Vom 20.Juni an gilt die Deutsche Mark!“ Den staunenden Menschen kam es tags darauf so vor, als sei die Welt ausgewechselt worden. Am Vorabend der Währungsreform wurden nicht mehr benötigte Geldscheine den Kindern überlassen. Schnell gab man noch so viele Reichsmark wie möglich aus. Am 20. Juni bekam dann jeder das neue Geld, die D-Mark, ausbezahlt: 40 D-Mark pro Kopf. Wie von Geisterhand waren plötzlich über Nacht die Regale in den Geschäften gefüllt worden. Brot, Kartoffeln, Zucker, Töpfe, Schuhe, sogar Fahrräder: Es gab wieder alles ohne Rationierung und ohne Lebensmittelkarten zu kaufen – doch noch war alles sehr teuer. Die bislang zurückgehaltene und gehortete Ware löste den unvergesslichen Schaufenstereffekt aus, die Menschen klebten förmlich an den Scheiben, um die Fülle des Angebotes zu bestaunen.

Neubeginn mit neuem Geld

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Einführung der D-Mark

Die Kriegsfinanzierung und die damit verbundene Lenkung der Wirtschaft hatten ein zerrüttetes und funktionsunfähiges Geldwesen hinterlassen. Der Staat hatte sich hoch verschuldet, die alte Reichsmark war nahezu wertlos geworden. Der Schwarzmarkt und die sogenannte Zigarettenwährung blühten. Mit dem Marshall-Plan unterstützten die Amerikaner Deutschland seit Juni 1947 finanziell. Im Zusammenspiel mit dem Marshall-Plan sollte Deutschland damit die Chance für einen Neubeginn erhalten.
Die Sanierung des Geldwesens in den westlichen Besatzungszonen gilt auch als Initialzündung für das spätere Wirtschaftswachstum.

Mit der Ausgabe der neuen Währung wurde die Reichsmark ungültig

Jeder Bürger war verpflichtet, seine Altgeldbestände innerhalb von sieben Tagen abzugeben. Am 28.Juni kam die erschreckende Nachricht: Die alte Reichsmark wurde 10:1 abgewertet und nur die Hälfte des D-Mark-Betrages ausgezahlt. Geld, das zu Hause im Sparstrumpf steckte, war plötzlich wertlos. Haben wir in Zukunft ähnliches zu erwarten?

Verlierer und Gewinner

Durch die Reform hatte das Geld in den westlichen Besatzungszonen wieder einen stabilen Wert erlangt. Verlierer der Reform waren jedoch die kleinen Sparer. Vermögens- und Sachwerte wurden nicht aufgerechnet. Diejenigen, die vorher durch Erbschaft, Aktien oder Landbesitz vermögend waren, blieben es auch in Zukunft. Dennoch entwickelte sich in den Westzonen ab Ende 1948 die Wirtschaft zusehends positiv.

Was ist Ihre Meinung? Sollten wir wieder zur eigenen Währung zurückkehren und einen Drexit ansteuern?

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