Ungeklärtes

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Neues Archivmaterial gibt Antworten auf Hitlers letzte Stunden

Am Abend des 1.Mai 1945 meldete Radio Hamburg den Tod Hitlers, der, wie es hieß, am Nachmittag „an der Spitze seiner Truppen“ kämpfend gefallen sei. Wie der Großteil der Informationen, die von Deutschlands Propagandamaschinerie im Krieg ausgegeben wurden, war auch diese Nachricht eine Lüge. Denn gegen Ende des Kriegs, als die Alliierten durch die zerbombten deutschen Städte vorrückten, hielt sich Hitler nicht an der Front auf, sondern in einem Bunker in Berlin.

In diesem unter der Reichskanzlei befindlichen Bunker, so steht es heute in den Geschichtsbüchern, verübte Hitler Selbstmord. Dennoch gingen während des ganzen Sommers 1945 Gerüchte um, er sei noch am Leben: Er habe Zuflucht in Innsbruck oder in einem Schloss in Westfalen gefunden.  Angeblich wurde er lebend gesehen als Schäfer in den Schweizer Alpen, als Einsiedler in einer Höhle nahe dem Gardasee in Oberitalien, als Croupier im Spielkasino von Evian in Frankreich oder in Argentinien in einer eigens für ihn gebauten unterirdischen Unterkunft auf einer Hazienda.

Um die Wahrheit herauszubekommen, setzten die Engländer im September 1945 eine offizielle Untersuchungskommission zum Tod Hitlers ein. Geleitet wurde sie von Hugh Trevor-Roper, einem jungen Heeresmajor, der von seiner Ausbildung her auch Historiker war. Nachdem er Zeugen der letzten Tage des „Führers“ ausfindig gemacht und befragt hatte, kam er zu dem Schluss, dass Hitler in seinem Bunker Selbstmord begangen hatte. Um 15:30 Uhr am 30.April 1945 habe er sich eine Pistole in den Mund gesteckt und abgedrückt. Eva Braun, seine Geliebte, die er einen Tag zuvor geheiratet hatte, habe eine Zyanidkapsel geschluckt und sei mit ihm gestorben. Trevor-Ropers Bericht, der 1947 unter dem Titel Hitlers letzte Tage erschien, wurde das klassische Werk zu diesem Thema. Offen blieb jedoch die wichtige Frage nach dem Verbleib der sterblichen Überreste Hitlers – ähnlich wie bei Ossama Bin Laden. Den Berichten zufolge wurden seine Leiche und die von Eva Braun in den Kanzleigarten hinaufgebracht, mit Benzin übergossen und angezündet, um, wie Hitler befohlen hatte, zu brennen, „bis nichts übrig ist“. Doch Trevor-Roper räumte selbst ein, dass ein Benzinfeuer den Körper zwar bis zur Unkenntlichkeit verkohlen kann, dass die Knochen aber der Hitze wiederstanden hätten. Hitlers Skelett wurde jedoch nie gefunden. Was war also geschehen?

Manche Menschen bezweifelten nach wie vor, dass der „Führer“ überhaupt tot war: Noch Jahrzehnte nach dem Erscheinen von Trevor-Ropers Berichtwurde Hitler angeblich gesehen und 1992 meldete eine kanadische Zeitung seinen Tod in Lateinamerika. Aber auch unter denen, die nicht an dem Selbstmord zweifelten, gab es Meinungsverschiedenheiten. Hatte Hitler sich tatsächlich selbst erschossen, war er also sozusagen nach „Soldatenart“ gestorben, oder hatte er Gift genommen – eine Todesart, die landläufig als Tat eines Feiglings galt? Da es in den Berichten Unstimmigkeiten gab und da keine Überreste zur Analyse vorhanden waren, blieben diese Fragen strittig.

Die Haltung der sowjetischen Behörden vertiefte das Rätsel noch. Die Russen erreichten Berlin als Erste und man wusste, dass sie mehrere Leichen im Garten der Reichskanzlei ausgegraben hatten. Unter den Überresten sollen Hitlers Zähne gewesen sein, die von der Gehilfin seines Zahnarztes identifiziert wurden. Aber über 20 Jahre lang lehnten die Russen jeden Kommentar zu diesen Funden ab. 1968 dann beschrieb der Journalist Lew Besymenski in einem Buch, wie sowjetische Truppen 1945 die verkohlten Leichen Hitlers und Eva Brauns aus einem Bombentrichter im Reichskanzleigarten geborgen hätten. Ärzte, so behauptete er, hätten sie anhand ihres Zahnbildes identifiziert und Autopsien durchgeführt. Ihre Leichen hätten nach Bittermandeln gerochen, was auf eine Vergiftung mit Blausäure hinwies.

Offensichtlich hatte sich Hitler also tatsächlich erschossen. Nach der Auswertung des Beweismaterials wurde die Theorie aufgestellt, dass Adolf Hitler einen zweifachen Tod gestorben sei: Er habe zuerst eine Zyanidkapsel in den Mund genommen, bevor er dann die Pistole von unten durch sein Kinn abfeuerte.

1995 erklärte der unabhängige russische Sachverständige Viktor Sjagin als zu 80% sicher, dass die gefundenen Fragmente zu Hitlers Schädel gehörten. Ein DNS Fingerabdruck könnte Gewissheit bringe, da einige Verwandte Hitlers noch am Leben sind.

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