Ist das wahr?

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Die Engel von Mons: Die Macht des Wortes!

Am 23. August 1914, kurz nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs, wurden englische und französische Truppen in der Nähe des belgischen  Dorfs Mons von überlegenen deutschen Truppen angegriffen und mussten den Rückzug antreten.
Im September desselben Jahres veröffentlichte der englische Schriftsteller Arthur Machen in den London Evening News eine Geschichte mit dem Titel Die Bogenschützen.

Darin erzählte er, wie die verbündeten Soldaten durch die Bogenschützen, die ihnen als Vision erschienen sind, vor den anrückenden Deutschen gerettet wurden. Obwohl Machens Geschichte reine Phantasie war, wurde sie von vielen Lesern als Tatsache angesehen und fand Verbreitung in mehreren Zeitschriften. Es erschienen Berichte von Engeln mit Flügeln und langen Gewändern, die bei Mons plötzlich zwischen den alliierten Truppen und den Deutschen erschienen und dafür sorgten, dass der Feind ungeordnet zurückwich. Als Machen der presse erklärte, er habe die ursprüngliche Geschichte erfunden, wollten ihm viele nicht glauben.

Der Fall ist ein Beispiel dafür, wie leicht Menschen getäuscht werden können, besonders in Zeiten großer Anspannung, wenn das Bedürfnis zu glauben den gesunden Menschenverstand verdrängt.

Und Viele Soldaten, die bei Mons im Einsatz waren, blieben dabei, dass sie tatsächlich Engel gesehen hatten. Man berichtete auch, dass Wochen vor Erscheinen von Machens Geschichte der englische Brigadegeneral John Charteris an seine Familie schrieb: „Der Engel des Herrn auf dem traditionellen Schimmel, ganz in Weiß gekleidet und mit flammendem Schwert, trat den Deutschen entgegen und verhinderte ihr weiteres Vorrücken.“

Machens Roman löste eine anhaltende Kontroverse in der Öffentlichkeit aus.

Die Debatte wurde 1930 wieder belebt, als Friedrich Herzenwirth, ein Mann, der behauptete, Mitglied des deutschen Abwehrdienstes gewesen zu sein, einer New Yorker Zeitung berichtete, deutsche Flieger hätten damals bei Mons Filmbilder auf die weißen Wolkenbände über Flandern geworfen, um zu beweisen, dass Gott auf ihrer Seite war. Man habe sich allerdings nicht vorgestellt, dass die Engländer die Vision zu ihrem eigenen Vorteil wenden würden. Die Kontroverse bekam neue Nahrung, als das Reichswehrministerium in Berlin die Geschichte als Schwindel bezeichnete und behauptete, es existiere keine Person namens Herzenwirth.
Propagandaprodukt, Halluzinationen oder echte Erscheinungen? Das Phänomen der Engel von Mons ist bis heute noch nicht restlos aufgeklärt.

Dennoch sollten wir uns – damals wie heute- über die Wirkung von Einbildung in angespannten Situationen und die Möglichkeit der Beeinflussung vor Augen halten.

In diesem Sinne – frohes Erwachen!

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