Antidiskriminierungsbericht 2016

Antidiskriminierungsbericht 2016

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Schutzsuchende sind in Deutschland einem hohen Diskriminierungsrisiko ausgesetzt.

Nach dem neuesten Bericht der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) berichten fast neun von zehn der befragten Anlauf- und Beratungsstellen davon, dass Geflüchtete ihnen im Gespräch direkt von Diskriminierungserfahrungen berichten. Zusammen mit den Ergebnissen repräsentativer Befragungen von Migrant_innen mit Fluchterfahrung (vgl. IAB-SOEPMigrationsstichprobe) kann dies als Beleg für das hohe Diskriminierungsrisiko gewertet werden, dem Schutzsuchende in der Bundesrepublik ausgesetzt sind.

Geflüchtete sind insbesondere von Diskriminierungen aufgrund der ethnischen Herkunft oder aus rassistischen Gründen betroffen.

Sowohl die Interviews mit Geflüchteten als auch die Befragung der Organisationen verdeutlichen, dass ein großer Teil der Diskriminierungserfahrungen von Flüchtlingen und Asylsuchenden auf Diskriminierungsmerkmale aus dem Schutzbereich des AGG zurückzuführen sind. So berichten die befragten Stellen, dass die Benachteiligungen häufig aufgrund eines der im AGG genannten Merkmale (insbesondere rassistische Gründe/ethnische Herkunft, Religion und Geschlecht) stattfinden. Auch in den Interviews wird überwiegend von Diskriminierungen aufgrund der ethnischen Herkunft oder aus rassistischen Gründen berichtet. Darüber hinaus sind Schutzsuchende in Deutschland häufig auch von mehrdimensionaler Diskriminierung betroffen.

Besonders häufig erleben geflüchtete Menschen Diskriminierung im Arbeitsleben, auf dem Wohnungsmarkt, beim Zugang zu Waren oder Dienstleistungen und bei Ämtern oder Behörden.

Wird der Blick auf die Lebensbereiche gelenkt, in denen Schutzsuchende Diskriminierungen erleben, wird ebenfalls deutlich, dass diese überwiegend in einem der sachlichen Anwendungsbereiche des AGG (Arbeitsleben, Geschäfte/Dienstleistungen sowie Wohnungsmarkt) stattfinden: Am häufigsten wird in beiden Befragungen von Diskriminierungen auf dem Wohnungsmarkt, auf dem Arbeitsmarkt und beim Zugang zu Waren und Dienstleistungen berichtet. Aber auch im Bereich Ämter und Behörden, der nicht durch das AGG geschützt ist, erleben viele Geflüchtete Diskriminierung.

Flüchtlinge und Asylsuchende erleben vielfältige unterschiedliche Diskriminierungsformen: Von unfreundlichem Verhalten über die Verwehrung von Leistungen bis hin zu verbalen und körperlichen Anfeindungen.

In beiden zugrundeliegenden Befragungen ist deutlich geworden, dass geflüchtete Menschen in Deutschland ganz unterschiedlichen Formen von Diskriminierung ausgesetzt sind. Auf Seiten der interviewten Geflüchteten wird überwiegend von verbalen und non-verbalen Diskriminierungen berichtet: Beleidigungen, Abwertungen oder Anschreien sowie abwertende Blicke, Ignorieren, das Aufbauen räumlicher Distanz und nicht ernst genommen werden sind hier die am häufigsten genannten Erfahrungen. Von den befragten Anlauf- und Beratungsstellen werden am häufigsten Situationen genannt, in denen Flüchtlinge und Asylsuchende im Arbeitsleben oder beim Zugang zu Gütern und Dienstleistungen schlechter behandelt werden. An zweiter und dritter Stelle stehen das Verwehren von Leistungen oder Verträgen und Beleidigungen oder Beschimpfungen. Alarmierend ist das Ergebnis, dass ein Viertel der befragten Stellen sogar von gewalttätigen Übergriffen berichten. 5. Schlussfolgerungen 25

Häufig relativieren Schutzsuchende Benachteiligungen oder nehmen diese nicht als solche wahr.

In den Interviews mit den Geflüchteten ist deutlich geworden, dass diese die erlebten Benachteiligungen oftmals relativieren und durch fehlendes Wissen über Diskriminierungen unsicher darüber sind, ob die eigenen Erfahrungen tatsächlich als Diskriminierung gewertet werden können. Fast neun von zehn Befragten aus den teilnehmenden Einrichtungen berichten von Situationen und Schilderungen, die von den zu ihnen kommenden Flüchtlingen und Asylsuchenden nicht als Diskriminierung identifiziert wurden, aus Sicht der Einrichtungen jedoch als Diskriminierung bewertet wurden. Diskriminierungserfahrungen führen bei den geflüchteten Menschen zu Resignation oder dem Einschränken des eigenen Verhaltens sowie zu Traurigkeit, Ärger oder auch Aggressionen. Insbesondere die Interviews mit den Schutzsuchenden verdeutlichen, dass die Diskriminierungserfahrungen großen Einfluss auf ihr Wohlbefinden und ihr eigenes Verhalten haben. Die Befragten berichten davon, dass neben Gefühlen der Traurigkeit und des Ärgers auch Aggressionen durch die Erlebnisse entstehen. Außerdem berichtet ein großer Teil der Befragten davon, dass sie nach der Diskriminierungserfahrung ihr eigenes Verhalten verändert haben, um ähnliche Situationen in Zukunft zu vermeiden.

Anlauf- und Beratungsstellen zeigen hohe Motivation, Geflüchtete auch bei Diskriminierungserfahrungen zu unterstützen.

Bei den Beschäftigten und Freiwilligen in den Anlauf- und Beratungsstellen gibt es eine hohe Motivation, Flüchtlinge und Asylsuchende auch im Falle von Diskriminierung Unterstützung anzubieten. Die Ergebnisse belegen eindrucksvoll, dass dies in vielen Fällen bereits geschieht – oftmals zusätzlich zu den eigentlichen Aufgaben der jeweiligen Einrichtung oder trotz unzureichender finanzieller bzw. personeller Ressourcen. Dabei werden vor allem niedrigschwellige Interventionsmöglichkeiten genutzt, wie das Sprechen über die Erfahrung im geschützten Raum, Erstberatung oder Verweis an Beratungsstellen, die auf Antidiskriminierung spezialisiert sind. Die Interviews mit den Geflüchteten zeigen, dass diese sich im Diskriminierungsfall oftmals hilfesuchend an allgemeine Anlauf- und Beratungsstellen für Schutzsuchende oder Angehörige der Peer-Group wenden.

Unterstützungsmaßnahmen zur Stärkung der Handlungskompetenz für Anlauf- und Beratungsstellen im Bereich Erst- und Verweisberatung bei Diskriminierungsfällen nötig.

Die Motivation geflüchtete Menschen im Diskriminierungsfall zu unterstützen ist bei den befragten Stellen sehr hoch. Dennoch spielt das AGG als wichtiges Rechtsinstrument zur Verhinderung und Beseitigung von Diskriminierung in der Arbeit der Anlauf- und Beratungsstellen eine relativ geringe Rolle: Insgesamt kommt nur bei etwas weniger als der Hälfte der teilnehmenden Einrichtungen das Gesetz in ihrer Arbeit zum Einsatz. Darüber hinaus arbeiten nur in wenigen der befragten Einrichtungen Mitarbeiter_innen, die bereits eine Schulung zum AGG erhalten haben. Es besteht also durchaus noch Handlungsbedarf bei der Verbreitung des Gesetzes und der Qualifizierung von Mitarbeitenden in Einrichtungen der Flüchtlingshilfe. Hier können Unterstützungsmaßnahmen für Anlauf- und Beratungsstellen ansetzen. Sinnvoll wären beispielsweise Informationsmaterialien und Schulungen zu den Grundlagen des AGG und zur Stärkung der Handlungskompetenz im Bereich Erst- und Verweisberatung. Gleichzeitig muss die spezialisierte Antidiskriminierungsberatung in Deutschland weiter ausgebaut und gestärkt werden, um mit den gewachsenen Herausforderungen Schritt halten zu können. Darüber hinaus sollten Beratungsstellen, 5. Schlussfolgerungen 26 Anlauf- und Unterstützungsstrukturen für Geflüchtete weiter für das Thema Diskriminierung sensibilisiert und über Beschwerdemöglichkeiten informiert werden.

Aufklärungs- und Empowermentmaßnahmen für Geflüchtete zum besseren Schutz vor Diskriminierung nötig.

Die Befragungen haben gezeigt, dass Schutzsuchende einem hohen Diskriminierungsrisiko ausgesetzt sind und zu einem großen Teil Unwissen über bestehenden Diskriminierungsschutz und Handlungsmöglichkeiten bei Diskriminierung besteht. Insbesondere die Interviews mit den Geflüchteten haben gezeigt, dass viele der Befragten unsicher sind, ob es sich bei den eigenen Erlebnissen tatsächlich um Diskriminierungen handelt oder nicht. Es ist deshalb dringend notwendig, geflüchtete Menschen stärker als bisher über ihr Recht auf Nicht-Diskriminierung aufzuklären. Auch die Mehrzahl der befragten Anlauf- und Beratungsstellen befürwortet Maßnahmen zum Empowerment von Geflüchteten selbst. Durch Informationsangebote für Flüchtlinge und Asylsuchende können diese über ihre Rechte im Diskriminierungsfall aufgeklärt werden. Dadurch können Schutzssuchende mehr Sicherheit darüber erlangen, was im juristischen Sinne als Diskriminierung gilt und wie sie dagegen vorgehen können. Außerdem kann Wissen über Hilfsangebote vermittelt werden, die in den Fällen unterstützen, in denen nicht der Rechtsschutz des AGG hilft. Ein mögliches Mittel dafür sind Schulungen, die sich an die Geflüchteten selbst wenden. Flüchtlinge und Asylsuchende sollten darüber informiert werden, in welchen Situationen das AGG vor Benachteiligung schützt und wo sie im Diskriminierungsfall Hilfe und Unterstützung finden. Darüber hinaus sollte im Rahmen dieser Schulungen nicht nur über die eigenen Rechte informiert werden, sondern auch auf die Rechte anderer Gruppen, die durch das AGG geschützt sind, eingegangen werden. Abschließend ist festzuhalten, dass sowohl die Unterstützungsmaßnahmen für Anlauf-und Beratungsstellen als auch für Geflüchtete selbst einem hohen Qualitätsansprüchen genügen müssen, um Wirkung entfalten zu können. Hier sollten bei allen Angeboten mögliche sprachliche Barrieren berücksichtigt werden und die Handlungsorientierung der Maßnahmen sollte im Vordergrund stehen. Zudem sollten mit Blick auf eine wirksame Bekämpfung von Diskriminierung nicht nur die Betroffenen und Unterstützungsstrukturen gestärkt werden, sondern es muss auch bei den Verursacher_innen von Benachteiligungen angesetzt werden.

Den vollständigen Bericht finden Sie hier:
Antidiskriminierungsbericht

50 KOMMENTARE

  1. Die leidtragenden sind die, die sich schon jahre hier benommen und integriert haben und die, die wirklich hilfe brauchen. wer trägt die verantwortung für die *diskriminierung* ? jene, die sich hier wie arschlöcher aufführen, vergewaltigung, morde, einbrüche……ist doch logisch, dass man fremden gegnüber misstrauisch wird…..einfache lösung….die guten bleiben, die schlechten verlassen das land und gut issses

  2. Manche sind so hohl im Kopf, da hat sogar das Echo Angst!
    Weiter muss man dazu nichts schreiben…🖕🏿😡

  3. Ich sch……..ß auf euch schutzsuchende, wo ist der aufschrei bei 12 todesopfern und vielen verletzten,

  4. Frage mich gerade,wo kommen auf einmal Frauen und Kinder von dem Bild her,wo doch ganze Scharen von jungen Männern eingeschifft und per Flugzeuge nach Deutschland kamen????? Ach,Entschuldigung…..das waren ja alles Kinder und Jugendliche…..!!!!! Satire off……!!!!!!

  5. Das sind doch alles Terroristen !!!!!
    Auch die Kleinsten, Terrorismus is genetisch bedingt und wird vererbt!

  6. Nein hohes Diskriminierung Betrift nur das Deutsches Volk, aber sicher nicht hergelaufener Abschaum !!!!!

    • Schuld an solchen Ansichten der hier lebenden Bevölkerung ist nicht die Bevölkerung sondern die Politik mit ihrem abartig dummen Handeln

  7. Der bericht ist jetzt ganz genau das tüpfelchen aud dem i.nocheinmal die meisten migranten sind junge männer sie werden in ihrer heimat gebraucht und dorthin sollen sie wieder gebracht werden.zuwanderung in den wohlfahtsstaat ist nicht erwünscht und somit auch niemand der sich ohne arbeit,papiere und dem strikten willen sich unserer kultur anzupassen hier leben möchte

  8. Es sind illegale Einwanderer und Asylbetrüger, also Gesetzesbrecher, die einem das sauer verdiente Geld rauben. Warum sollten sie also keine diskriminierung erfahren?

  9. Die suchen keinen schutz, den hatten sie in 10 länder vorher auch ,….. sie suchen geld !!!!! und jemand der für sie arbeitet und es beschaft !!! das fanden sie nur hier, alle anderen länder dachten erst an ihr volk !!

  10. Schutzsuchende? Durch zig sichere Länder gereist auf der Suche nach maximalem Wohlstand. Weg damit! Die Sollen ihre Länder aufbauen und verteitigen, nicht in Deutschland morden, rauben, vergewaltigen usw.

  11. Ich bin auch diskrimminiert, weil ein Mann…., von daher ein Säufer, Schläger, Vergewaltiger, Kindes-Misshandelnder u sonst noch was sich irgendwelche Seelen ausdenken u es interessiert keine Sau, wenn man das sagt…, sind wir gerade wieder In Deutschland?

  12. Aber von denen, die in den letzten jahren zu uns gekommen sind, sind 99,9% asylbetrüger weil sie gegen das schengener abkommen verstoßen haben. über unsere meeresküste werden nur eine handvoll eingereist sein, per flugzeug nicht wesentlich mehr

    • Mir ging es eingentlich viel mehr darum, ob sie tatsächlich glauben, dass 99,9 % unser Geld rauben wollen.

  13. sind das Narzissten? Warum immer diese Mitleidstour? und wie können sich Deutsche vor Diskrim inierung wehren?

  14. Sorry , auch wenns manchem nicht passt ,raus aus meinem Land , sonst —1 Euro — , wo gehobelt wird fallen nun mal Späne !!!

  15. Ich finde es gibt genug islamische (meist reiche)Länder auf der Erde. Die können doch wohl ihren Brüdern helfen. Ich will mich dem Islam nicht anpassen. Ich kenne auch keinen, der das will.

    • Dann sollten wir uns aber auch aus deren Ländern raushalten. Was suchen denn Deutsche Soldaten, Waffen und militärische Unterstützung in all diesen Ländern?

  16. Vor was suchen 99%der Asylschmarotzer Schutz.Ganz wenige werden wirklich in ihren Heimatländern verfolgt und mit dem Tod bedroht.Alle anderen sind nur hier,um unser Sozialsystem auszubeuten.

  17. ist doch kein wunder bei den P… was reingelassen wird!!!!!!!!!!!
    Und immer schön die Kinder vorschieben,laufen schon mit Nagelbomben rum!

  18. Wir sind an dem Punkt das der hier schon immer Lebende immer mehr auf Diskriminierung von Seiten der Politkomiker und Scharlatane ausgesetzt ist.Auch vermisse ich die vielen,als Frankreich und Belgien betroffen waren,Gutmenschen zur Solidatitätsbekundung ihrer Landsleute.Armes Deutschland -Merkel schaft es ab und diese Refugees Klatscher belohnen Merkel mit Applaus-Armes Deutschland.

  19. Das unsere Bundeskanzlerin einen Fehler gemacht hat, mit der Formulierung „alle sind willkommen“ wird sie schon selber wissen. Da wurde sie eben falsch beraten.

    Das man über so viele Flüchtlinge nicht glücklich ist, ist mehr als verständlich. Die umliegenden Länder im nahen Osten können diese Flüchtlinge nicht ausreichend versorgen und die EU Länder, USA und Russland weigern sich geschlossen dieses Thema anzugehen.

    Die Nato Waffen Lieferanten (USA, Russland, Deutschland, Frankreich und Großbritannien) müssen sich hinterfragen was man will. Ansonsten wird das ganze nicht zu lösen sein, die Welt gehört uns, es liegt an uns friedlich mit ihr umzugehen.

  20. Manche leben seid 30 jahren in deutschland und reden noch nicht mal deutsch weil sie gar keine integration wollen leben nur unter ihren lanzleuten …wollen lediglich hartz4 hier lebt es sich besser und leichter auf andere kosten dank der doofen politik ich bin dafür ausländer sollten hier soviel bekommen wie die in ihrem eignen land uns geben würden

  21. Wenn ich mir diese sogenannten Flüchtlinge ansehe könnt ich kotzen!! Wohlgenährt sollen die gehungert haben?? Schaut mal in andere Länder Jemen da sehen die Menschen verhungert aus!! Es reicht was die uns hier weismachen wollen!! Es ist nicht damit getan alle hier her zu holen!! Sie sollten in Camps nahe der Heimat versorgt werden damit Sie nach dem Krieg heimkehren um Ihr Land wieder aufbauen zu können!! Es ist billiger denn diese Menschen passen hier nicht her!
    Und so haben Terroristen keine Chance hier her zu kommen!

  22. Ich hoffe der Bericht enthält die Diskriminierung der Deutschen. 1. die Deutschen werden schon für geringe Verbrechen bestraft 2. die Deutschen werden ihrer Arbeitsplätze und Renten beraubt 3. kriegen deutsche Arbeitslose weniger Zuwendungen 4. als ich von 7:15Uhr bis ca. 16Uhr nach einem Unfall in der Notaufnahme im Krankenhaus verbrachte, musste ich mit anhören wie ein illegal Zugewanderte zu der Schwester der Anmeldung sagte nach nicht einmal 5minütiger Wartezeit: „Sie wissen schon, das wir sofort behandelt werden müssen.“ Wie gesagt getan. usw.

  23. Theoretisch müssten Transalls in die Kriegsgebiete und Flüchtlinge herausholen. Die hierher kommen, haben teilweise viel Geld bezahlt um ins Sozialsystem einzuwandern..

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